03.03.25 –
Zenting/Waldkirchen Zum Thema„Elektromobilität im Alltag“ luden die beiden Ortsverbände der Grünen, „Sonnenwald/ Dreiburgenland“ und „Waldkirchen“ in Kooperation mit dem Kreisverband zu zwei Veranstaltungen nach Zenting und Waldkirchen ein.
Ulrich Matschke vom Ortsverband Sonnenwald/Dreiburgenland leitete die Veranstaltung im Kamm-Bräu in Zenting mit den Worten ein: „Es gibt immer noch viele Vorurteile gegenüber den ‚E-Autos‘ – deshalb möchten wir hier auf Augenhöhe eine faktenreiche Information von Profis anbieten und Licht in diese Diskussion bringen“.
Parallel konnten die Gäste auf dem Parkplatz vor dem Gasthaus mehrere Neu- und Gebrauchtwagen besichtigen. Ein KFZ-Händler führte mit einem Messgerät Batteriechecks durch und an einem Hyundai-IONIQ 5 war ein Elektrokocher angeschlossen, um Punsch zu kochen.
-Foto: Grüne
Mit Manuel Dehmel und Oliver Kleebach von der Fa. VIOCON aus Grafenau habe man Referenten in unmittelbarer Nähe für einen Fachvortrag gefunden. Die Firma VIOCON beschäftigt sich mit Ladelösungen an öffentlichen Stellen und auch für Firmen-Fuhrparks.
2.500km E-Auto Urlaubsfahrt durch sieben Länder
Manuel Dehmel, der Geschäftsführer der Fa. VIOCON räumte in seiner Präsentation mit dem Vorurteil auf, man könne nicht mit einem Elektroauto in den Urlaub fahren. Seine Reise ging nach Monaco und wieder zurück, durch sieben Länder, 2.500 Kilometer mit 11mal Nachladen ohne wesentliche Probleme. Die Reichweitendiskussion ist noch immer sehr wichtig, wobei es hier in den letzten Jahren viele Fortschritte gegeben hat und inzwischen Reichweiten von 300 bis 500 Kilometer keine Seltenheit mehr sind. Eine Auswertung zeigt, dass jedes Auto in Deutschland im Durchschnitt nur 40 Kilometer am Tag fährt und 23 Stunden ungenutzt rumsteht. Das Ladesäulennetz ist in ganz Europa inzwischen so dicht, dass es nur selten zu Wartezeiten kommen kann und auch die Ladezeiten haben sich erheblich verkürzt. So kann mit einer Pause von 20 bis 30 Minuten schon eine Nachladung auf 80 Prozent erreicht werden. Während des Ladevorgangs können viele andere Dinge erledigt werden.
In unserer ländlichen Gegend mit überwiegend Ein- und Zweifamilienhäuser mit Garagen und Stromanschluss für Ladeboxen ist das Laden zu Hause am einfachsten, sinnvollsten und auch kostengünstigsten. Ein Preisvergleich zeigt, dass die Ladung zu Hause mit etwa sechs Euro auf 100 Kilometer wesentlich billiger ist als das Tanken eines Diesel- oder Benzinautos wo im Moment mit noch 10 bis 12 Euro/100 Kilometer gerechnet werden muss. Kann das Auto vom eigenen Photovoltaikdach geladen werden ist das dann nochmal erheblich günstiger. Ist man unterwegs auf Ladestationen angewiesen liegt man gleichauf mit den Verbrenner-Autos.
Rohstoffverbrauch bei E-Autos deutlich günstiger als bei Verbrennern
Rechnet man den Verbrauch auf die Lebensdauer eines Autos hoch, so verbraucht eine E-Auto nach 225.000 Kilometer etwa 4,6 Tonnen Rohstoffe (beim momentanen Strommix) ein Benzin- oder Dieselfahrzeug liegt bei 15 bis 17 Tonnen Diesel od. Benzin. Auch die Lebensdauer von Elektrofahrzeugen, einschließlich Akku, kann mit Verbrennerfahrzeugen allemal mithalten und liegt bei Lithium-Ionenakkus bei 450.000 Kilometer. Bei der nächsten Batteriegeneration mit Lithium-Eisenphosphatakkus rechnet man mit 900.000 Kilometer bis zum Lebensende.
E-Fuels haben schlechte Effizienz
Oliver Kleebach, Maschinenbauingenieur der Fa. VIOCON, stellte die Energieeffizienz des Elektromotors heraus, so habe dieser einen Wirkungsgrad von 80 bis 90 Prozent im Gegensatz zu Verbrennerfahrzeugen mit 35 Prozent. Sollte jemand auf grünen Wasserstoff setzen, so ist auch hier mit einer Brennstoffzelle mehr als der doppelte Verbrauch notwendig. Bei den sogenannten „grünen Treibstoffen“ E-Fuel´s liegt die Effizienz noch schlechter als bei Diesel od. Benzin, von den Kosten ist ein Vielfaches notwendig.
E-Autoflotte kein Problem für das deutsche Stromnetz
Immer wieder ist auch das Argument zu hören, dass das Stromangebot in Deutschland nicht ausreichen würde, aber auch das stimmt nicht. Im Jahr 2024 war die Stromproduktion um ein Viertel höher als der Verbrauch und selbst wenn es in Deutschland 46 Millionen E-Autos gäbe, würde das einen Stromverbrauch von 16 Prozent bedeuten. Im Moment gibt es nur etwa 4,3 Millionen Elektrofahrzeuge (incl. Hybridautos), das sind nur drei Prozent der Autoflotte.
Der Preis von E-Autos wird auch oft als Grund genannt für die Zurückhaltung und auch hier gibt es große Fortschritte in den letzten Jahren. Im Segment zwischen 16.000 und 60.000, - Euro stehen aktuell allein 72 Modelle zur Verfügung. Erhebliche Kostenvorteile ergeben sich im Laufe der Nutzungsdauer, sowohl bei den Kundendienstkosten als auch bei den Kosten für die Antriebsenergie.
In der anschließenden Diskussion gab es noch Fragen zur Zukunft von Hybridautos die ja in Deutschland bisher doppelt so häufig gekauft wurden als reine Stromer. Nach Einschätzung beider Referenten wird die Nachfrage nach Hybridtechnik in Zukunft stark nachlassen. Der Preis und die Effizienz mit zwei verschiedenen Motoren werden nicht konkurrenzfähig sein. In der Vergangenheit spielten hier Steuervorteile eine Rolle und deswegen wurden besonders für Firmenfahrzeuge derartige Hybridautos nachgefragt.
Die Zukunft, so waren sich am Ende alle einig, wird elektrisch sein.
SprecherInnen:
Hanna Zintel (hanna.zintel@) gruene-frg.de
Kathrin Behringer (Kathrin.behringer@) gruene-frg.de
Schriftführerin: Esther Demont (esther.demont@) gruene-frg.de
BeisitzerInnen:
Anna-Maria Behringer-Hemmel
Martina Thurnreiter
Roula Yassin
Tobias Knoll
Ulrich Matschke
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